Mitgliederversammlung 2021

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die MV erstmals als Onlinekonferenz gestaltet werden

Der Mitgliederbestand des Vereins ist auf 172 Personen angewachsen. 10 angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 5 Honorarkräfte und ein „FSJler“ (Freiwilliger) sowie etwa 80 Ehrenamtliche haben sich um rund 200 Jugendliche und junge Erwachsene gekümmert.

Die Arbeit von AsA war in den vergangenen Monaten sehr durch die Corona-Pandemie geprägt. Aus diesem Grund musste auch die für den 18. November 2020 bereits vorbereitete und angekündigte MV aufgrund der anrollenden zweiten Infektionswelle kurzfristig verschoben werden. Die zu diesem Anlass üblichen Berichte von Vorstand und Geschäftsstelle wurden über einen ausführlichen Newsletter verbreitet.

Auch zuvor schon und danach informierten wir die Mitglieder und alle Unterstützenden mit der Hilfe von insgesamt sechs Rundbriefen darüber, wie wir unter sehr erschwerten Bedingungen jeweils bestmöglich unsere gemeinnützigen Zwecke weiterverfolgen konnten. Die breite Kommunikation löste sehr großen solidarischen Zuspruch von vielen Seiten sowie eine deutliche Steigerung der freien Spenden an uns aus. So summierten sich die Einzelspenden im vergangenen Jahr auf rund 60.000 Euro, also auf zwanzig Prozent mehr als aufgrund der vorjährigen Erfahrungswerte erwartet; mehrere Ankerförderer (so die Dohle-Stiftung und die Postcode-Lotterie) ließen uns Sondermittel zukommen; neue Geldgeber (bspw. die Rudolf-Augstein-Stiftung) nahmen AsA wegen der Pandemie-Kosten in ihr Portfolio auf. So sind wir schlussendlich finanziell gesund durch die Coronakrise gekommen.

In den wirtschaftlichen Kennziffern unserer Vereinsarbeit schlägt sich auch deutlich nieder, dass wir unsere Aktivitäten trotz der widrigen Umstände strukturell spürbar ausweiten konnten: Das liegt vor allem daran, dass sich AsA erfolgreich um Stellenausschreibungen im Rahmen der Landesinitiative „Gemeinsam klappt’s – Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ beworben hatte, die Sprachförderung und Teilhabemanagement bezwecken. Weitere Informationen dazu finden sich auch im jüngsten Jahresbericht. Zudem haben wir deutlich mehr Honorarkräfte für den Deutschunterricht und das Bewerbungstraining eingesetzt, um COVID-adäquat mehr Einzelbetreuung und Kleingruppenunterricht anbieten zu können.

Hochflexibel setzten sich im Übrigen sehr viele Ehrenamtliche seit Beginn der Pandemie ein, um die Nachhilfen für Schule oder Ausbildung hinter Plexiglas oder per Video-App fortzusetzen. Auch unsere Bitte, sich ehrenamtlich für Behördenbegleitungen einsetzen zu lassen, fand ein gutes Echo. Weil wir dann noch zu den 100 sozialen Initiativen gehörten, die im Rahmen des startsocial-Wettbewerbs 2020/21 ein Beratungsstipendium erhielten, wurde AsA vier Monate lang von erfahrenen Fach- und Führungskräften bei der Weiterentwicklung unseres Konzepts für Ausbildungspatenschaften unterstützt. In dieses Konzept haben wir die Behördenbegleiter*innen eingebunden und konnten im Frühjahr schon mehr als ein Dutzend Tandems von Jugendlichen und Pat*innen starten; weitere werden nun folgen.

Beim diesjährigen startsocial-Wettbewerb gehörten wir dann auch zu den sieben Preisträgern!

Auch kommunalpolitisch hat sich unser Verein weiter eingebracht. So haben AsA-Jugendliche im Vorfeld der Kommunalwahl 2020 Interviews mit den Oberbürgermeisterkandidatinnen und – kandidaten zu unseren Themenfeldern geführt und im Internet publiziert, wo sie in vierstelliger Zahl abgerufen wurden.

Nach der Wahl konnten wir dann erreichen, dass unsere Mitarbeiterin Babette Loewen bei der Neukonstituierung der städtischen Gremien Mitglied des Jugendhilfeausschusses wurde. Weil die rechtlichen Rahmenbedingungen für unser konstituierendes Vereinsziel, also Ausbildung statt Abschiebung, in den beiden vergangenen Jahren durch neue Gesetze und Erlasse enorm verschlechtert wurden, wird die Erläuterung unserer Standpunkte und Erfahrungen gegenüber allen dialogbereiten politischen Strömungen auch in den kommenden Jahren wichtig für uns bleiben.

Doch es gibt nicht nur Erfreuliches zu berichten: Mitten in der Krise mussten wir den Wechsel auf einem wichtigen Leitungsposten des Vereins stemmen: Weil Bastian Zillig nach vielen erfolgreichen Jahren als Leiter des Ehrenamtszentrums eine neue berufliche Etappe starten wollte, sind wir derzeit auf der Suche nach einer langfristigen Nachfolgelösung.

Formales

Der Vorstand von AsA wurde ohne Gegenstimmen (bei Enthaltung der Vorstandsmitglieder) entlastet. Das Budget für 2022 wurde einstimmig verabschiedet. Die neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle stellten sich vor: Moritz Beitzen (Verwaltung und Ausbildungspatenschaften), Benjamin Büttner („Gemeinsam klappt’s“), Mona Gerlach („Gemeinsam klappt’s) und Dominik Winkel (ebenfalls „Gemeinsam klappt’s“). Auch der derzeitige FSJler Julian Weins stellte sich vor. Er hatte ein Video vorbereitet, in denen Jugendliche von ihrem Alltag und über Asa berichten. Dieses Video führte er vor, und es zeigte, wie sehr die Jugendlichen AsA auch als emotionale Stütze erleben – „Wie eine Familie“. Einstimmig (bei Enthaltung der Geehrten) wurde Gisela Rubbert zur weiteren Ehrenvorsitzenden gewählt. Sie war Gründungsmitglied und die erste Vorsitzende von AsA. Der Vorschlag, die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner anzufragen, ob sie zur Übernahme der Schirmherrschaft für AsA e.V. für die Dauer ihrer Amtszeit bereit ist, wurde einstimmig angenommen.

Der guten Form halber sei hier erwähnt, dass es auch im Vereinsvorstand eine personelle Veränderung gab. Wie wir bereits breit kommuniziert haben, musste der verdiente Vizevorsitzende Christian Knops aus beruflichen Gründen sein Amt aufgeben. Und wir haben satzungskonform per Kooptation diese Vakanz geschlossen. Mit Lioba Draeseke, einer erfahrenen Pädagogin, haben wir in den Reihen unserer Ehrenamtlichen eine ideale Nachfolgerin für den stellvertretenden Vorsitz gefunden.

Zu finden hoffen wir außerdem neue Räumlichkeiten, denn die jetzige Geschäftsstelle platzt aus allen Nähten. Leider haben weder die Stadt Bonn noch die VEBOWAG absehbar Passendes im Angebot, so dass wir versuchen müssen, auf dem freien Immobilienmarkt etwas Bezahlbares zu bekommen.

Jetzt hoffen wir auf ein dauerhaftes Abflauen der Pandemie, denn das persönliche Miteinander und auch das gemeinsame Feiern fehlen uns sehr. Keine Weihnachtsfeier 2020, kein Grillfest im Park… auch das hat uns Corona verwehrt. Ein guter Anlass wird der 20. Geburtstag unseres Vereins sein, den wir im Sommer 2022 nachfeiern werden.

Bericht: Clemens Wortmann / Stephani Streloke